Vereinigung der
Orgelsachverständigen
Deutschlands

Klingende Münze für die klingenden Zimbeln

Die Broschüre beinhaltet auf 28 Seiten unter anderem die Beschreibung von Aktivitäten, die sich unterschiedliche Fördervereine zur Finanzmittelbeschaffung bei Orgelprojekten ausgedacht haben, eine Materialienliste und die Mustersatzung eines Orgel-Fördervereines. Sie ist zum Preis von 4 Euro (incl. Porto) über die Beschäftsstelle zu beziehen (ab 2 Exemplaren je 3 Euro).

Orgelprojekte sind traditionell eine der erfolgreichsten kirchlichen Spenden-Einwerbungskampagnen überhaupt. Bundesweit sind es fast 100 Millionen Euro, die von den Gemeinden jährlich in diesem Bereich aufgebracht werden - der weitaus größte Teil davon sind Spendenmittel. Offenbar drücken viele Gemeindeglieder durch ihr finanzielles Opfer aus, welchen Stellenwert für sie der Gottesdienst und seine qualitätvolle Ausgestaltung hat: vielleicht eine Prioritätensetzung der Basis ganz im Sinne lutherischer Praxis ‘… würde ich morgen ein Apfelbäumchen pflanzen’. ‘Ganz nebenbei’ ernährt dieses Geld etwa 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den inländischen Orgelbaubetrieben.

Zuweilen gibt auch es ein neidvolles Schielen innerhalb der kirchlichen Aktionslager auf derart erfolgreiches Tun: ‘Spenden für eine Orgel zu bekommen, ist so viel leichter als für die Jugendarbeit!’ Dabei lassen sich die Erfolgsrezepte für Orgel- oder Geläutefundraising durchaus auch auf andere Bereiche übertragen:

1. Den Erfolg vor Augen haben. Der Erfolg der Spendeneinwerbung bei Orgel- und Geläuteprojekten beruht nicht zuletzt darauf, daß am Ende der Aktion ein sicht- und hörbares Zeichen mit Erinnerungswert gesetzt wird. Dies kann aber auch eine Spendertafel oder eine Skulptur sein, welche die Erinnerung an den Erfolg eines abgeschlossenen Projektes dauerhaft im Bewußtsein der Gemeinde verankert.

2. In der Kürze liegt die Würze. Die Spendenaufrufe für Orgeln und Geläute sind durch einen Einweihungstermin zeitlich befristet. Die Spender können sich darauf einstellen, in absehbarer Zeit das Ergebnis ihrer Unterstützung vor Augen und Ohren zu haben. Leistungsträger in Fördervereinen sind eher für einen befristeten Zeitraum als für den Dauereinsatz zu gewinnen.

3. Ein Ziel im Blick haben. Projekte sollten zielorientiert angelegt und konkret benannt sein. Die allgemeine Bitte um Spenden für die eigene Gemeinde ist nichtssagend, unter Bastelmaterial für den Kindergottesdienst beispielsweise können sich die Kollektengeber etwas vorstellen. Es ist vermutlich sinnvoll, auch bei Stellenprojekten die konkreten Ziele zu benennen, die mittels der Spenden erreicht werden können, anstelle auf den bloßen Erhalt oder die Einrichtung der zu fördernden Personalstelle hinzuweisen.

4. Saure Arbeit - frohe Feste. Die Auftragsvergabe, der Baubeginn oder der Fertigstellungstermin von Orgel oder Geläute markieren Höhepunkte beziehungsweise Meilensteine des Unterfangens. Spender und Organisatoren können bei einem Fest auf die geleistete Arbeit zurückblicken, das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt, die öffentliche Aufmerksamkeit ist gesichert.

5. Gute Leistung wird honoriert. Wenn die Spender von der Qualität eines Projektes überzeugt werden können, greifen sie gerne auch etwas tiefer in die Tasche. Das Motto ‘Was nichts kostet, ist nichts wert!’ hat sich im Bewußtsein gerade vieler Kulturinteressierter festgesetzt - seine Auswirkungen auf die Vermarktung anderer qualitätvoller kirchlicher Veranstaltungen wäre zu überdenken.

6. Schätze entdecken. In jedem Ort gibt es die ‘ewigen Zweiten’, den stellvertretenden Vorsitzenden des Sportvereins, den glücklosen Kandidaten bei der Kommunalwahl etc.. Es ist überaus erfolgversprechend, diese oft sehr motivierten und ideenreichen Persönlichkeiten für die befristete Leitung eines Fördervereines zu gewinnen, in dem sie ihre Kompetenzen unter Beweis stellen und sich im Erfolg des Projektes sonnen können.

7. Professionelle Werbung zahlt sich aus. Der Fundraising-Ratgeber Klingende Münze für die klingenden Zimbeln wurde bundesweit bereits über 3.000 mal verkauft, das professionell gestaltete Faltblatt zur Gewinnung von Spendern für Orgelprojekte Gehören sie schon zum alten Eisen? bereits über 30.000 mal. Die Mitwirkung von Grafikern und Künstlern bei der Gestaltung von Werbematerial unterstreicht den besonderen Anspruch und spricht Interessentenkreise an, denen das übliche Image kirchlicher Veranstaltungen einfach zu bieder ist.

8. Konkurrenz belebt das Geschäft. Erfahrungen mit Orgel- und Geläuteprojekten zeigen, daß trotz eines hohen zweckgebundenen Spendenaufkommens in den betreffenden Gemeinden die Höhe der Spenden für diakonische Aufgaben nicht zurückgeht.

9. Absprache muß sein. Da ‚die Kuh nicht zweimal gemolken werden kann‘, der innerkirchliche Spendenmarkt also begrenzt ist, scheint es sinnvoll, Zielgruppen außerhalb der Gemeinde zu erschließen und diese in verschiedene Projekte einzubinden. Genaue und rechtzeitige Absprachen und Planungen verhindern das Entstehen von Überschneidungen bei verschiedenen Interessengebieten. Zwei etwa dem kulturellen Bereich zuzuordnende Projekte sollten daher nicht gleichzeitig beworben werden.

10. Erfolg ist ansteckend. Viele Beispiele zeigen, daß Orgel- und Geläuteprojekte dem Gemeindeaufbau zugute kommen und Kennzeichen von aktiver, lebendiger Gemeinde sein können. Die positiven Erinnerungen und Erfahrungen der gemeinschaftlichen Aktivitäten wirken in den betreffenden Gemeinden noch lange nach Fertigstellung der Instrumente nach, so daß auch andere Gemeindegruppen sich anspornen lassen und in ihren Zielsetzungen davon profitieren.

11. Gemeinsam sind wir stark. Das Motto ‚Alle für einen, einer für alle!‘ ist ein griffiges Bild auch für die Projektfinanzierung in Gemeinden. So gibt zum Beispiel in diesem Jahr der Posaunenchor ein Benefizkonzert für die Einrichtung des Seniorentreffs, im nächsten Jahr backen die Senioren zu Gunsten eines neuen Klaviers für den Kirchenchor.

12. ‘Ohne Moos nix los!’ Die Motivation oder der Mut einer Gruppierung innerhalb der Gemeinde ein größeres Projekt zu wagen, kann von der Gemeinde, dem Bezirk oder der Landeskirche durch eine Anschubfinanzierung initiiert oder gefördert werden. Bei Orgel- oder Geläuteprojekten etwa wird in der Regel jede zur Sponsorengewinnung eingesetzte Mark durch die hereinfließenden Spenden verfünf- bis verzehnfacht. Die ‘Talente’ sind demnach gut verwaltet.

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